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Mein neues Tattoo piekt noch und gefällt mir gut. Die Session begann mit einem Riesentheater. " Der Star-Maitre de Tatou: "Ein Stern als Motiv? Willst du mich verarschen? Glaubst du, ich steche derart profane Motive? Die jeder dritte will und dabei was ganz besonderes sein will..." Nun gut, denke ich, Anzahlung adé, gehe ich eben wieder nach Hause, hab ohnehin viel zu tun und als ich zur Tür rauswill, hat er sich schon wieder eingekriegt und murmelt : "Nun gut, 1 Stern pro Jahr werde ich überleben..." Aber die an ein Pentagramm erinnernde Position meines Sternes mache er nicht (auch wenn mein Stern türkis ist und per se unglaublich unsatanisch aussieht...). Wir werden uns schließlich einig, seine Ehefrau verlässt das Studio, nicht ohne besorgt zu fragen, ob wir uns denn jetzt auch vertragen würden, denn unbedachterweise habe ich ihm vielleicht ein wenig zu belehrend vorgeschlagen, sich ersatzweise im Farbverlauf zu verwirklichen, wenn es das Motiv seiner Ansicht nach nicht hergäbe, aber die Aussage fand er gar nicht gut.

Als er dann zart das Desinfektionsmittel über meinen Rücken streicht, ist beiderseits jeder Zorn verflogen, auch die Zeit verfliegt und ich drifte in ein paar angenehme Tagträume ab, in denen ein schöner Tätowierer mir Überraschungstattoos stechen möchte. Als ich irgendwann aus dem Fenster gucke, sehe ich einen Typen mit Wollmütze an der Frontscheibe meines Autos stehen. Er betrachtet aufmerksam das Wageninnere. Was er wohl will? Gefühlte Stunden später (real ca. 30 Minuten später), das Tattoo ist fertig und der Maitre total glücklich mit diesem Stern, den er ja auf keinen Fall wollte, ich bin auch glücklich (nur des Tattoos wegen?) und gehe zum Auto, wo der Wollmützenfreak immer noch steht und gafft.  Auf der Wollmütze prangt das eingestickte Logo "ORDNUNGSAMT"*  und der Träger bittet mich sehr freundlich, doch beim nächsten Mal eine lesbarere Parkuhr ins Auto zu legen. Ich erblicke die selbst gebastelte Jahreszeitenuhr meiner Tochter und frage möglichst unschuldig: "Wieso? Die Uhr habe ich doch eindeutig auf Winter gestellt."

Ein Tattoo sei für ihn ein Scheidungsgrund, sagt mein Angetrauter, schauen wir mal, das letzte Mal hat er sich nicht grossartig scheiden leiden. Tant pis.

 

 

*ansonsten ist der Typ in Zivil, die neue clevere Strategie des Ordnungsamtes. Schade nur um die ganzen neuen schicken, zu entsorgenden Uniformen...

11.2.11 00:18

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