Nach einem Wochenende so voller wein- und rührseliger Nächstenliebe* im Kloster hat es mich dann am Montag um ein Haar von der Autobahn und aus diesem Dasein gefegt, Sprinter im Schneematsch fährt echt scheisse. Ja, ich freue mich, dass ich noch hier (Erde etc.) bin, ist ja doch echt schön. Voll supi und die kleinen Daseinsbeeinträchtigungen (Alter, Ehe, Kontostand) doch eher minorer Natur. Als ich vor ein paar Jahren schon ziemlich weit im Jenseits weilte** und ich mich entschloss, zurückzukehren (eine lange Geschichte, bei Gelegenheit mehr, nur soviel: die Liebe, oder das was ich für sie hielt, und das schlechte Gewissen angesichts meiner unsortierten Rechungen hielten mich am Leben), fühlte ich mich ersteinmal ziemlich deplaziert in dieser irdischen Existenz. Kälte, Schmerzempfinden, Liebeskummer, Sorgen jegl. Art, aber auch Verantwortungsgefühl, Freude angesichts alltäglicher Dinge, das Gefühl,überhaupt mit dem Hier verbunden zu sein schienen für ein paar Tage an mir lotusartig abzuperlen. Das war sehr cool, aber inzwischen, lieber Leser, bin ich jedoch wieder mehr oder minder die Alte (nur ein wenig älter). Irrungen und Wirrungen inklusive. Habe vorübergehend mein selbstauferlegtes Ü30-Gelübde jahreszeitengemäss auf Eis gelegt, war ja eh Quatsch. Heisste Robert und gab es da nicht einst schon einen Robert in meinem jugendlichen Leben? Kann mich allerdings bis auf den Namen an nicht viel von damals erinnern. Falls einer meiner treuen Leser jetzt ein wenig eifersüchtig ist, soll er sich bitte an die eigene (Koks-)Nase fassen und by the way, ich liebe ihn ohnehin, egal was ich sonst tue oder denke. So das ist.

Ach, und: don't stand so close to me, because I am too shy for you.

 

 

*Da bald Weihnachten ist, heute für den Leser zur freien Wahl: Version a): ergreifende Einsichten von Mönch 1 (der Slang redet und an Wahrsagerei glaubt, bizarr) in der Midlifekrise: Er sei aus enttäuschter Liebe ins Kloster gegangen und würde auch wieder austreten, wenn diese Liebe nicht inzwischen auch im Kloster lebte... Version b) bestürzendes Geständnis von Mönch 2: Er habe, nachdem er aus Versehen einen anderen Mönch mit einem Sofa getötet hatte (beim Aufräumen seines Arbeitszimmers im 3. Stock), diesen auf die Bahngleise geschleift, damit die Harmonie im Kloster gewahrt bliebe... Version c) Mönch 3, schwul, recht niedlich, offenbart mir sein Leid: er habe ein unstillbares Verlangen nach schnellen Autos (kennen wir alle, lieber Novize) und das Kloster habe nur einen klapprigen Passat als Dienstauto...

**das was ich vom Jenseits mitgekriegt habe, ist einfach unbeschreiblich schön. Ein Trost, wenn ein Freund stirbt? Dennoch möchte ich keine Minute hier mehr missen.

1.12.10 23:11

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